Mit 3D-Druck zum legendären EinzelstückReverse Engineering einer Münch Mammut

Die Münch 4 TTS (auch Münch Mammut genannt) gilt in der Motorradszene, als eines der begehrtesten Motorrädern. Ende der 1960er Jahre machte sich der Konstrukteur und Motorradliebhaber Friedel Münch selbstständig und gründete eine eigene Werkstatt. In einem Zeitraum von ca. 10 Jahren fertigte das Unternehmen knapp 500 Motorräder an.

Das bekannteste darunter ist die Münch-4 TTS mit einem Hubraum von 1200 cm³. Friedel Münch spezialisierte sich auf den Einsatz eines luftgekühlten Vierzylinder Motors und fertigte jedes Motorrad nach eigenen Zeichnungen an. Besondere Bekanntheit erhielten auch der Einsatz des Elektron-Leichtmetallgusses beim Hinterrad und der Vorderradbremse. Bis dato eine unübliche Konstruktionsweise.

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Heute genießt die Münch Mammut absoluten Kultstatus. Aufgrund der geringen Stückzahl gibt es kaum noch funktionsfähige und gut erhaltene Originale des Motorrades. Doch in der Motorradszene ist dies kein Anlass, dem Traum des Besitzes einer solchen Maschine nicht nachzugehen.

Markus Pohl, ein Metallbildner aus Straubing, hat sich vorgenommen seinen Lebenstraum zu verwirklichen und sich seine eigene Münch Mammut zu bauen. Ein ehrgeiziges Projekt.

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Der Aufbau der Sandformen erfolgt vollautomatisiert. Im 3D-Drucksystem legt der sogenannte Beschichter eine 300µm dünne Schicht Quarzsand auf einer Bauplattform aus. Anschließend fährt ein Hochleistungsdruckkopf über die Bauplattform und verklebt den Sand mit einem Furanharz überall dort, wo das Bauteil entstehen soll. Dann senkt sich die Bauplattform um eine Schichtstärke ab und eine neue Schicht Sand wird aufgetragen. Der Prozess wiederholt sich, bis das Bauteil vollständig aufgebaut ist. Nach dem Entfernen des nicht verklebten Sandes ist die Form bereit für den Abguss und lässt sich, durch die Verwendung gängiger Gießereimaterialien, nahtlos in den etablierten Gussprozess eingliedern.

Der Zusammenbau der kompletten Münch konnte Markus Pohl in gerade mal einem Jahr durchführen. Und die nächsten Projekte sind bereits in Planung. Der berühmte Künstler Luigi Colani entwarf 1972 in Kooperation mit Friedel Münch eine Neuauflage des legendären Motorrads. Dieses möchte Markus Pohl ebenfalls in seiner Werkstatt in Saulburg nachbauen.

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